Tangentiale Verbindung Ost

Die „Tangentiale Verbindung Ost (TVO)“ ist ein Großprojekt zur verkehrlichen Entlastung unserer Ortsteile und zur Bewältigung der Zunahme des Verkehrs mit Inbetriebnahme des neuen Flughafen BBI. Die Errichtung einer kreuzungsfreien Stadtschnellstraße soll dabei den Durchgangsverkehr durch unsere Ortsteile bündeln und eine schnelle sowie bequeme Nord-Süd-Verbindung ermöglichen. Dadurch werden die parallel zur Nord-Süd-Richtung verlaufenden Hauptverkehrsstraßen in Karlshorst (Treskowallee und Waldowallee), Biesdorf (Köpenicker Straße), Kaulsdorf (Chemnitzer Straße), Mahlsdorf (Hultschiner Damm) und Köpenick (Bahnhofstraße) entlastet und die östlichen und südöstlichen Bezirke Berlins mit dem Berliner Ring im Norden und der A 113 im Süden verbunden.

Schon heute durchqueren rund 100.000 Fahrzeuge unsere Siedlungsgebiete. Mit der Eröffnung des BBI und der Schließung des Flughafens Tegel wird sich die Zahl um voraussichtlich 65.000 Fahrzeuge erhöhen.

Der nördliche Abschnitt (Märkische Allee) wurde bereits in den 1970er Jahren errichtet. Er führt vier- bis sechsspurig von der Bundesstraße 1/5 in Biesdorf bis nach Ahrensfelde. 1999 wurde mit der Errichtung des südlichen Teilstückes in Treptow-Köpenick begonnen. 2007 wurde die Spindlersfleder Straße fertiggestellt. Sie wurde vierspurig komplett neu errichtet. Das südliche Teilstück der TVO entlastet vor allem die Köpenicker Altstadt und die Dörpfeldstraße vom Durchgangsverkehr.

Die CDU hat bereits im Koalitionsvertrag mit der SPD Realisierung der TVO als Entlastungsstraße beschlossen. Offen blieb die Frage, in welcher Trassenführung die TVO gebaut werden sollte. Hierfür existierten sowohl eine Variante auf östlicher sowie eine Variante auf westlicher Seite der Industriebahntrasse. Zusätzlich legte der Bezirk Marzahn-Hellersdorf eine Variante vor, die im Norden auf der westlichen Seite verläuft und damit betroffene Wohngebiete entlastet, und im Süden auf die östliche Seite wechselte, da in diesem Bereich die Wohnbebauung einen größeren Abstand zur Trasse hätte.

Als Voraussetzung für die Realisierung der TVO sollten sich die beteiligten Bezirke Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick auf eine gemeinsame Variante der konkreten Trassenführung verständigen. Bei diesen Diskussionen galt es, die Belange der im Umfeld der künftigen Trasse lebenden Anwohner, die Kosten der unterschiedlichen Varianten sowie die Interessen des Naturschutzes mit- und gegeneinander abzuwägen. Die Bezirke einigten sich auf eine Kompromissvariante und legten ihren Vorschlag der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Verkehr vor. Diese Option sieht vor, dass die Fahrbahn der TVO unterhalb der B1/B5 auf der westlichen Seite verläuft und in Höhe der Ahlfelder Straße auf die östliche Seite wechselt. Somit wird die Märkische Allee an die neue Spreebrücke im Zuge der Südostverbindung, die Teile von Ober-und Niederschöneweide vom Durchgangsverkehr entlasten soll, angeschlossen.

Die Senatsverwaltung prüft diese Variante derzeit. Sie hat allerdings bereits Bedenken geäußert, dass der Kompromissvorschlag nicht planfeststellungsfähig wäre und zu erhöhten Kosten führen würde.

Die Koalition aus CDU und SPD hat zudem beschlossen, die TVO in dieser Wahlperiode vierspurig zu realisieren. Dafür soll ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet und der Bau in die Investitionsplanung aufgenommen werden. Alle Beteiligten eint daher der Wille, die TVO zu bauen und sie nicht an der Trassendiskussion scheitern zu lassen. Es wird nun darum gehen, die Vorstellungen der Senatsverwaltung sowie der Bezirke in einer gemeinsamen Trassenführung zu kombinieren und einen entsprechenden Kompromiss zu erzielen. Gleichzeitig geht damit außerdem die Anforderung einher, bei diesem Kompromiss frühzeitig gemeinsam mit den Anwohnern ein effektives Lärmschutzkonzept zu erarbeiten und zu realisieren.

TVO – alle Varianten auf einen Blick

TVO – die jetzige Kompromissvariante: Plan West-Ost

Vereinbarung der Fraktionen CDU und SPD im Abgeordnetenhaus

Videobeitrag ADAC Berlin-Brandenburg zur TVO