***Aktualisiert am 04.04.2017****

„Mein Ziel ist weiterhin, das Wernerseeareal wiederzubeleben und in Zukunft wieder der Öffentlichkeit zugängig zu machen.“Mario Czaja

Das Wernerbad war über ein Jahrhundert eine feste Institution unseres Stadtteils. Viele Kaulsdorfer und Mahlsdorf haben sich hier in der Freizeit oder während des Schulausfluges Abkühlung verschafft und verbinden mit dem Freibad viele persönliche Erinnerungen. Seit 2002 ist unser Kaulsdorf-Mahlsdorfer Kleinod nun allerdings geschlossen. Die Fläche liegt brach und ist der Öffentlichkeit nicht zugängig. Das aktuell bestehende Planungsrecht würde eine sofortige Bebauung ermöglichen. Das würde der Bedeutung des Ortes aus meiner Sicht allerdings nicht gerecht.

Gemeinsam mit vielen Bewohnern unseres Stadtteiles engagiere ich mich daher seit Jahren dafür, diesem Ort neues Leben einzuhauchen und ihn für die Kaulsdorfer und Mahlsdorfer wieder erlebbar zu machen. Diese Perspektive bietet sich derzeit und ich informiere Sie gern über den aktuellen Verfahrensstand:


Das Wernerbad war das einzige Freibad im Bezirk Marzahn-Hellersdorf und wurde bereits 1905 eröffnet. Nach der Schließung des Bades 2002 aus hygienischen Gründen, scheiterte eine zwischenzeitliche Verpachtung an hohen Sanierungskosten. 2006 habe ich u. a. mit meiner Kollegin aus dem Abgeordnetenhaus Frau Dr. Hiller den Verein Freunde des Wernerbades e.V. mit dem Ziel gegründet, Strategien zu finden und das Freibad wiederzueröffnen.

Unsere dafür zusammengetragenen Fragen für eine potentielle Weiterentwicklung wurden von einer im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf eingerichteten Arbeitsgruppe erörtert. Die AG kam allerdings zum Ergebnis, dass eine Wiedereröffnung aus vielfältigen Gründen nicht möglich ist, da das Areal des Wernerbades als Freibad entwidmet und als Gewässer II. Ordnung eingestuft wurde. Eine Wiedereröffnung eines Freibades würde daher ein neues Prüfverfahrens verlangen. Zahlreiche Gründe wie z.B. Lärmimmissionen, wasserschutzrechtliche Bedenken sowie verkehrstechnische Probleme stünden einer Nutzung als Freibad dabei entgegen.

Abschlussbericht zur Wiedereröffnung des Wernerbades

Wir, die Freunde des Wernerbades e.V., stellten uns der Aufgabe andere Nutzungsmöglichkeiten auf dem Grundstück zu entwickeln, die die Interessen der Kaulsdorfer und Mahlsdorfer berücksichtigen. Deshalb haben wir mit anderen Parteien zwei Anträge zur Weiterentwicklung des Areals und zur Aufstellung eines Bebauungsplanes in der Bezirksverordnetenversammlung eingebracht.
Im Jahr 2011 wurde für das Gelände zwischen Robert-Koch-Straße, Ernst-Haeckel-Straße, Wernerstraße und Ridbacher Straße ein Bebauungsplanverfahren mit dem Ziel einer Nachnutzung des Grundstückes und der Sicherung der Zugänglichkeit des Sees für die Allgemeinheit eingeleitet. Durch die Vereinsarbeit konnten wir das große Interesse und die Verbundenheit mit dem Areal vieler Kaulsdorfer und Mahlsdorfer feststellen.

Da das eigentliche Ziel des Vereins mit der Wiedereröffnung des Wernerbades nicht mehr erreicht werden konnte, haben wir mehrfach eine Neuausrichtung des Vereins initiiert, die eine Weiterentwicklung des Areals hätte begleiten können. Hierfür fand sich leider keine ausreichende personelle Unterstützung, sodass die Auflösung des Vereines folgte.

Wichtig war mir als Abgeordneter und meiner Partei, dass die freie Zugänglichkeit des Sees für alle Bürgerinnen und Bürger weiterhin verfolgt wird und das Grundstück einer bedarfsgerechten Nutzung für soziale Zwecke zugeführt wird.

Das Abgeordnetenhaus hat am 13.06.2013 die Entwidmung des Wernerbades als Sportfläche beschlossen. Dieser Schritt war notwendig, da sich das Grundstück derzeit im Vermögen der Berliner Bäder Betriebe Infrastruktur GmbH befindet, die die Liegenschaften der Berliner Bäder Betriebe verwaltet. In deren Verantwortung liegt ausschließlich die Planung, Errichtung, der Betrieb, die Unterhaltung und Verwaltung von Schwimmbädern. Um auf dem Areal eine neue Nutzung zu ermöglichen, war die Entwidmung erforderlich. Die hierfür notwendigen Akteure wie der Landessportbund, der Behinderten-Sportverband Berlin sowie der Bezirk haben im Rahmen des Verfahrens ihre Zustimmung signalisiert.

Nach der Entwidmung hat nun auch der Aufsichtsrat der Berliner Bäder Betriebe einer Veräußerung des Grundstückes und der Vergabe durch die Berliner Immobilienmanagement (BIM) zugestimmt.

Diese Schritte sind Voraussetzung für die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens, um entsprechende Entwicklungsvorstellungen planungsrechtlich zu sichern. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens hat die Verwaltung die Bürgerinnen und Bürger beteiligt. Aufgrund der Bedeutung des Areals wurde im Jahr 2015 eine Beteiligung der Öffentlichkeit mit Auslegung des Bebauungsplanentwurfes 10-63 durchgeführt, in die viele Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Anregungen einbringen konnten.
Derzeit werden die im Rahmen der im letzten Jahr erfolgten Öffentlichkeitsbeteiligung abgegebenen Hinweise bewertet.

Das eingeleitete Bebauungsplanverfahren sieht die Festsetzung von Flächen für ein Allgemeines Wohngebiet mit teilweiser Beschränkung auf Wohngebäude für pflegebedürftige Personen sowie die Festsetzung privater Grünflächen vor. Im nächsten Schritt erfolgt eine Konkretisierung der Planung.

Entwurf des Bebauungsplanentwurfs (Stand April 2014)

B-Plan_wb

Parallel dazu wird derzeit ein Konzeptverfahren zur Vergabe des Grundstücks durch die BIM vorbereitet. Mit der Vergabe des Grundstücks ist nicht vor Ende 2017 zu rechnen. Bisher wurden landeseigene Grundstücke grundsätzlich an den Höchstbietenden veräußert. Das Wernerareal ist eines der ersten landeseigenen Grundstücke, bei denen ein neues Verfahren zur Anwendung kommt. Neben dem Grundstückspreis wird dabei auch das vorgesehene Nutzungskonzept bei der Vergabeentscheidung berücksichtigt.

Der Anteil der 80-Jährigen und Älteren wird um 122,8% steigen.Bevölkerungsprognose Berlin bis 2030

Für die Vergabe werden daher auch Bedarfe an soziale Infrastruktur entscheidend sein.
Diese bestehen in Marzahn-Hellersdorf unter anderem bei Angeboten für ältere, pflegebedürftige Menschen. Unser Bezirk und insbesondere die Stadtteile Kaulsdorf und Mahlsdorf werden in den kommenden Jahren berlinweit den höchsten Zuwachs in der Altersgruppe ab 65-Jahre wird mit 78,8% verzeichnen. Bei der Altersgruppe der 80-Jährigen und Älteren wird sogar ein Wachstum von 122,8% bis 2030 erwartet. Ein Drittel der über 80-Jährigen sind pflegebedürftig.
Seit Februar 2016 haben die Berliner Wasserbetriebe damit begonnen, im alten Wernerbad das Schwimmbecken abzureißen und den Wernersee zu renaturieren. Damit wird der Wernersee nach Einstellung des Schwimmbetriebes in dem ehemaligen Freibad im Jahr 2002 wieder zu einem natürlichen Kleinod im Siedlungsgebiet von Kaulsdorf.

Die Arbeiten wurden zum 28.03.2017 abgeschlossen. Die Renaturierung ist ein weiterer wichtiger Schritt für das gemeinsame Ziel.

Knautschke bleibt auf jeden Fall

P.S.: Selbstverständlich bleibt unser Nilpferd „Knautschke“ auch nach der Renaturierung des Sees ein prägender Bestandteil des Areals. Das Bezirksamt hat zugesagt, dass die von Erwin Kobbert geschaffene Nilpferd-Skulptur auf jeden Fall gerettet und erhalten bleiben soll. Mein Ziel ist weiterhin, die Wiederbelebung des Areals und die Sicherung der öffentlichen Zugänglichkeit unseres Wernersees.