Bibliotheksbus für Kaulsdorf- und Mahlsdorf-Süd

In Kaulsdorf und Mahlsdorf gibt es südlich der Bundesstraße 1/5 keine Bibliotheken. Sie fehlen nicht nur den Kindern. Meine Fraktion greift daher eine Idee aus Köpenick auf, mit einem Bibliotheksbus für Abhilfe zu sorgen.

Der nördliche Teil von Marzahn-Hellersdorf ist mit seinen Bibliotheksstandorten recht gut erschlossen und für viele Bürgerinnen und Bürger gut zu erreichen. Im Süden des Bezirkes gibt es jedoch keine. Für den Bau von Bibliotheken hat der Bezirk nicht die finanziellen Mittel. Die Zählgemeinschaft aus SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen hat dieses Problem erkannt und bereits im Jahre 2011 in ihrer Vereinbarung zur Zusammenarbeit die Prüfung des Einsatzes eines Bibliotheksbusses gefordert.

Gemeinsam mit unserer BVV-Fraktion wurde im Jahre 2012 ein überfraktioneller Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschlossen, in dem der Bezirk Treptow-Köpenick darum gebeten worden ist, ihren Bibliotheksbus wenigstens auch in den Randgebieten in oder nahe Marzahn-Hellersdorf halten zu lassen. In einem Abschlussbericht wurde der BVV damals mitgeteilt, dass der Bezirk Treptow-Köpenick leider keine Möglichkeit sieht, den Bibliotheksbus auch in Marzahn-Hellersdorf einzusetzen.

Die CDU-Fraktion hatte am 26. März 2015 einen Antrag zur Einrichtung eines eigenen Bibliotheksbusses in Marzahn-Hellersdorf in die BVV eingebracht. Das Bezirksamt wird darin aufgefordert, der BVV bis nach der Sommerpause 2015 ein Konzept zur Umsetzung des Antrages zur Entscheidung vorzulegen. Die BVV hat unseren Antrag in den Ausschuss für Kultur und Weiterbildung und in den Hauptausschuss zur Beratung überwiesen.

Ich unterstütze die Idee eines Bibliotheksbusses für eine gute Bildungslandschaft in Marzahn-Hellersdorf. Bibliotheken leisten einen unverzichtbaren Beitrag, sie animieren zum Lesen und fördern das Gespräch über Literatur. Gerade südlich der Bundesstraße 1/5 in Mahlsdorf, Kaulsdorf und Biesdorf ist eine regelmäßige Grundversorgung von Literatur ein wichtiges Angebot für Jung und Alt. Gerade Schüler, Studenten, Lehrkräfte und auch Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, schätzen die mobile und damit flexiblere Alternative zu einem festen Standort. Vor allem Kinder werden hierbei an die Nutzung von Bibliotheken herangeführt. Denn in Bibliotheken passiert etwas, wie Kommunikation und Kultur. Gerade in den Stadtteilen, also kleineren Orten, sind es die Bibliotheken, in denen überhaupt noch Kultur passiert. Hier bekommt jeder aktuelle Informationen ohne kommerzielles Interesse. Die Bibliotheken vor Ort beraten, recherchieren, organisieren und geben die nötigen Hinweise, um sich zurechtzufinden.

In dem Konzept sollen u.a. infrage kommende Standorte (Haltestellen) für den Bus herausgearbeitet werden. Um Schülerinnen und Schülern die Nutzung von Bibliotheken näher zu bringen, sollen dazu bevorzugt Haltestellen vor oder in der Nähe von Grundschulen aufgelistet werden. Die Standorte der Haltestellen ließen sich je nach Bedarf und Nachfrage an jede Veränderung anpassen, sodass auch individuelle Bücherwünsche durch Kooperation mit den Bibliotheksstandorten erfüllt werden können. Weiterhin soll das Bezirksamt klären, wie viele Busse für die Verwirklichung der Idee gebraucht werden und wie dieses Projekt finanziert werden kann.

Investitionen in Bibliotheken oder wie hier in den Bibliotheksbus sind Investitionen, die sich lohnen. Sie können für die unterschiedlichsten Angebote genutzt werden, wie Anforderung von Bücher-/Medienkisten, Schullesestoffe im Klassensatz, Vorlesestunden, Buchvorstellungen und Ferienveranstaltungen. Bibliotheken müssen dort sein, wo ihre Nutzer sind; an der Schule oder am Verkehrsknotenpunkt. Sie sind wichtige Knotenpunkte z. B. im Bildungsnetzwerk. Daher befürworte ich dieses Projekt sehr.

 

Unten aufgeführt finden Sie die BVV Anträge zu diesem Thema:

Antrag der CDU-Fraktion zur BVV am 26.03.2015

Abschlussbericht des Bezirksamtes zum Antrag aus dem Jahre 2012

Überfraktioneller Antrag aus dem Jahre 2012

 

Quelle Foto: hier