REWE baut – Lidl stoppt

Der Ortskern von Mahlsdorf ist leider immer noch von Baustellen, Provisorien und unschönen Fassaden geprägt. Viele Mahlsdorfer fragen sich wie ich, wann es endlich beim REWE mit dem Neubau losgeht; was auf dem Lidl-Grundstück am Kreisverkehr geschieht und wann die beiden „Schandflecke“ endlich zu einer Visitenkarte für unser Ortszentrum werden.

Ich habe daher den Senat erneut nach dem Sachstand gefragt. Und während sonst die Beantwortung Schriftlicher Anfragen von Abgeordneten häufig mit allgemeinen und oft zu unkonkreten Antworten versehen wird, war der jetzige Zeitpunkt für die Anfrage wohl genau der richtige.

Der Senat teilte mir in seiner Antwort mit, dass Lidl auf dem Grundstück in der Hönower Straße (am Kreisverkehr) seinen Bauantrag zurückgezogen hat und insofern auch keine Baugenehmigung erhalten hat. Damit scheint sich zu bestätigen, was viele im Rathaus und in Mahlsdorf auf der Straße erzählen. Es ist nun wohl eine völlig neue Planung mit Wohnungen und Handel vorgesehen und Lidl will „nur“ den Supermarkt nicht bauen.

Interessanter aber noch war die Antwort in Sachen REWE-Bau.  Für das Bauvorhaben – Neubau REWE Nahversorgungszentrum mit Supermarkt, Drogeriemarkt, Büros / Praxen und Wochenmarkt – auf dem Grundstück Hönower Straße. Am 21. September 2017 wurde ein Bauantrag gestellt. Dieser wurde vom Antragsteller am 04. Mai 2018 abschließend vervollständigt. Somit liegen der Bauaufsichtsbehörde nun vollständige Bauvorlagen und sämtliche notwendigen Stellungnahmen gemäß der Bauordnung für Berlin (BauO Bln) vor. Das Antwortschreiben des Senats zeigt, dass hier von Bezirksseite zügig und fortlaufend an dem Antrag gearbeitet wurde und nach den notwendigen Vervollständigungen durch den Antragsteller die Baugenehmigung erteilt werden kann. Ich begrüße es, dass es nun endlich vorangeht.

Eine Baugenehmigung ist nun gemäß der Berliner Bauordnung innerhalb einer Frist von einem Monat zu erteilen. Das bedeutet, dass spätestens Anfang Juni Baurecht vorliegen wird und dann die Baumaßnahme beginnen kann. Wie es dort in Zukunft aussehen soll, hatte ich schon vor langer Zeit in einem Blog dargestellt. Dies finden Sie hier: Vorstellung Bebauungsentwurf neuer REWE


UPDATE 29.06.2018

In einem Antwortschreiben vom 06.06.2018 teilt REWE mir Folgendes mit:

Die Baugenehmigung liegt nun vor und der Supermarkt wird zum 01.07.2018 am Standort am Bahnhof Mahlsdorf schließen. Zunächst werden auf dem Gelände die Abbrucharbeiten beginnen. Diese Arbeiten dauern etwa drei Monate. Ab Herbst beginnt dann der Start der Neubauphase. Baustart erfolgt ebenso parallel am viergeschossigen Gebäude, in das später unter anderem eine Drogerie und eine Kieferorthopädie einziehen werden. Die Bauzeit beträgt etwa 14 Monate und REWE plant die Neueröffnung rund um den Jahreswechsel 2019/2020. Dank des parallelen Baus von Supermarktgebäude und dem weiteren Viergeschosser kann die Bauzeit um mehr als ein halbes Jahr verkürzt werden. Aus diesem Grund ist auch kein Ausweichverkauf an diesem Standort möglich, weil die gesamte Fläche zum Bau genutzt wird.

Der Supermarkt wird im hauseigenen „Green Building-Konzept errichtet. Dabei entsteht ein modernes Nahversorgungszentrum mit einem Bistro mit Sitzbereich, Salat- und Sushibar, einem Markt, einem Bankautomat der Sparkasse, eine DHL-Paketstation sowie den ansässigen Ärzten.

Im Zuge der Realisierung des REWE-Vorhabens werden 220 überdachte öffentliche Stellplätze entlang des Bahndamms entstehen sowie 18 weitere unmittelbar vor dem Supermarkt.



Hier finden Sie einige Beispielbilder (Stand 2016) des geplanten REWE-Markt-Geländes am Bahnhof Mahlsdorf:

Entwurf_REWEMarkt2018

Vogelperspektive_REWE2018


Weiterführende Informationen zu diesem Thema:

 

Zusammenfassung vom 09.05.2016 – Infoveranstaltung Ortsteilzentrum Mahlsdorf

17 Antworten auf "REWE baut – Lidl stoppt"
  1. Frau Salchow sagt:

    Mich würde interessieren wieviele Ampeln in diesem Bereich der Hönower Straße geplant sind. Ich finde es ist bei diesem starken Autoverkehr mit Bussen und Straßenbahn eine Katastrophe nur eine Fußgängerampel am Bahnhof zu haben. Meine Kinder müssen jeden Morgen vom Wilhelmsmühlenweg zur Schule die Hönower Straße überqueren. Dies ist im frühen und späten Berufsverkehr, mit vielen aggressiven Autofahrern, nicht sicher möglich.
    Außerdem wird der vermeintlich sichere Schulweg nun an zwei Stellen ohne Schutzmaßnahmen von riesigen LKW gestört. An der Hönower um auf die Baustelle rauf zu fahren sowie an der Sackgasse An der Schule um von der Baustelle runter zu fahren. Hier müsste dringend etwas zum Schutz der Kinder getan werden.

  2. Erika sagt:

    In Mahlsdorf gibt es keine Möglichkeit,
    Bekleidung und Schuhe einzukaufen – abgesehen von Kik.
    Weshalb kann REWE nicht dazu bewegt werden, aufzustocken, um das Verkaufsangebot dahingehend zu erweitern.
    Auch ein Bürgersaal fehlt – siehe Hoppegarten. Kulturell gäbe es dadurch Möglichkeiten für die Mahlsforfer, wie Konzerte, Kino, andere Veranstaltungen – auch für die vielen Kinder im Ortsteil.

  3. Stefan Fleischmann sagt:

    Es wäre schöner wenn der Senat mal Konkurrenz hier in Mahlsdorf zulässt.
    Zu feige Lidl ein Baugenehmigung zu erteilen das REWE nicht umbaut.
    Es gibt hier nur REWE und die nächste Möglichkeit ist er in der Riesaer Str.
    aber das interssiert ja keinen.

    Genau so der blödsin die Hönower Str dicht zu machen für Autos.
    Bin mal gespannt ob der Senat an der B1 gegenüber dem EDEKA den Autohändler berücksichtig hat, das die Umfahrung durch seine Autos geht.

  4. HM sagt:

    Warum müssen denn die 30%-Autofahrer unbedingt vorne parken und Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV-Nutzer sollen dann jedes Mal erst über den riesigen Parkplatz latschen? Der Parkplatz gehört HINTER das Gebäude, oder vielleicht sogar darunter oder darüber. Die Autofahrer kurven wie die Irren über diese Parkplätze… Wenn ich mir vorstelle, wie die Kinder auf dem Weg zum Bahnhof oder Bushaltestelle jedes Mal über diesen Parkplatz müssen, wenn sie sich schnell was zu essen oder zu trinken holen wollen…

    • Mario Czaja sagt:

      Der Bereich vor dem Supermarkt soll mit eigenen Gehwegen angelegt werden und an der Seite wird es den Fahrrad- und Gehweg entlang der Bahntrasse geben. Wichtig ist jedoch anzumerken, dass nicht die öffentliche Hand plant und baut, sondern das dies der Investor tut. Insofern kann man – wie jetzt geschehen – Ziele und Vorgaben abstimmen. Aber nicht alles wünschenswerte ist möglich, da er auf seinem Grundstück die Investition umsetzen muss. Und wenn es sich für den Investor gar nicht als sinnvoll erweist, passiert leider gar nichts. Insofern ist das jetzt der Kompromiss, der mit sehr breiter Mehrheit gefunden wurde.

      • Rainer Reetz sagt:

        Na ja Herr Czaja, da wollen sie wieder mal den Investoren den Vorrang geben.
        Mit dem Hinweis, daß bei Nicht- Berücksichtigung der Investorenwünsche nichts
        passiert kann man alle Argumente totschlagen. Wenn dem REWE-Investor
        Parkpläzte auf dem Dach oder in einer Tiefgarage zu teuer sind, dann soll
        er es doch ganz bleiben lassen.
        Wir sprechen seit Jahren über die Verkehrs-Nadelöhre in Mahlsdorf.
        Die in den letzten Jahren genehmigten Bauten haben einfache Lösungen
        verhindert:
        Beispiel Kreuzung B1/ Hultschiner Damm. Wenn Roller und ATU Flächen
        für Abbiegespuren abgegeben hätten, wäre die Kreuzung entschärft.
        Beispiel Porta. Die Zufahrt über Pilgramer Straße ( war ursprünglich
        auch so geplant ) hätte den Stau auf der B1 verhindert.
        Beispiel REWE. Eine Verbreiterung der Hönower Straße mit 2 getrennten
        Fahrspuren ( die S-Bahnbrücke ist ja so ausgelegt ) ist nun nicht mehr
        möglich.
        Beispiel Standort Betreutes Wohnen/Ärztehaus Hönower Straße.
        Hier wäre Platz für eine Auweichstelle Straßenbahn gewesen und
        außerdem hätte man evtl. den unhaltbaren Fuß/radweg von 1 m
        Breite verändern können-

        • Mario Czaja sagt:

          Lieber Herr Reetz,

          ganz so einfach ist es leider nicht. Denn an dem Bauprojekt REWE wurde die Akteursrunde für den Ortskern Mahlsdorf mit einer Reihe an Anwohnern eingebunden, die am Ende einstimmig dafür stimmte, den B-Plan zu ändern und die Maßnahme wie jetzt geplant umzusetzen. Dem folgte die BVV – mit breiter Mehrheit. In beiden Gremien bin ich nicht stimmberechtigt, aber ich kann die Argumente sehr gut nachvollziehen und stehe auch hinter den Kollegen dort.

          Zum Roller und ATU teile ich Ihre Einschätzung. Nur sind die Entscheidungen vor langer Zeit von Vorgängern getroffen worden. Damit muss man jetzt – leider umgehen.

          Beste Grüße Mario Czaja

          • Rainer Reetz sagt:

            Es ist nicht einfach, zugegeben. Aber wenn man jahrelang über das Verkehrs-
            nadelöhr Mahlsdorf spricht, ist ja wohl die Meinung von wenigen Anwohnern
            zweitrangig zumal ich aus den anderen Meinungen auf ihrem Blog heraus-
            lese, daß der vorgelagerte Parkplatz durchaus strittig ist, Und die Frage
            Dachparkplatz wird unter den Teppich gekehrt ? Wie passt das mit den
            Planen des Senats zusammen, keine Flachbauten mehr für Supermärkte
            zu genehmigen? Außerdem unterstelle ich mal ganz frech, daß die Damen
            und Herren der BVV sich überhapt nicht mit den örtlichen Gegebenheiten
            vertraut machen ( sie auch die unrealistischen Vorschläge zur Erweiterung/
            Straßenbahntrasse Hultschinner Damm/Hönower Straße.).
            Und wer verantwortet die Entscheidung für die PORTA-Zufahrt ?Rainer

          • Mario Czaja sagt:

            Sehr geehrter Herr Reetz,

            da wo meine Verantwortung liegt, nehme ich dies gern an. Nur ist die Genehmigung von B-Plänen zumeist in den Händen des Bezirks.

            Aber zu Ihren Fragen:

            REWE-Bau: Ja, die Verpflichtung das Parken in einem Parkhaus zum Bestandteil des B-Plan zu machen, war strittig. Letztendlich hat die BVV die nächsten Schritte für das Bezirksamt freigegeben und damit auch die Voraussetzungen der Baugenehmigung: Siehe auch: https://www.berlin.de/ba-marzahn-hellersdorf/politik-und-verwaltung/bezirksverordnetenversammlung/online/vo021.asp

            b) Dachbebauung von Supermärkten

            Ich finde diese Maßnahme mehr als dringend und teile Ihre Auffassung. Bereits zur Bebauung in Kaulsdorf-Süd hat sich der Senat mir ggü zu den Stadträndern und diesem Ansinnen geäußert. Dies finden Sie in der Schriftlichen Anfrage zum EDEKA in Kaulsdorf-Süd hier: http://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/s18-15181.pdf

            c) Porta-Zufahrt

            Diesen Bebauungsplan hat auch die BVV beschlossen. Das Problem dort sehe ich aber vor allem in der Ampelschaltung auf der B 1. Dazu hatte ich weiteren Kontakt mit dem Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks vergangene Woche. Diese werden sich diesbezüglich nochmal mit der zuständigen Verkehrslenkung des Landes Berlins dazu abstimmen.

            Ich danke Ihnen für Ihre kritische Begleitung meiner Arbeit.

            mit den besten Grüßen und gern bis auf bald

            Ihr Mario Czaja

  5. Verkehrswende sagt:

    Grrrrrr! Was soll das? Es ist die übliche Bausünde. Warum sind die Parkplätze im Vorfeld des Marktes. Der Markt gehört nach vorn an die Straße, die Parkplätze hinter der Markt. Die Nahversorgung sollten fußgängerfreundlich nicht autofreundlich gestaltet sein.

    • Mario Czaja sagt:

      So sah die Planung bzw. der frühere B-Plan ganz am Anfang aus. REWE hätte nur dann nicht gebaut, da sie keinen funktionierenden Einzelhandelsstandort sahen. Daher wurde zusammen mit der Mahlsdorfer Akteursrunde, dem Verein Mahlsdorfer Bürger e.V., der Stadtplanung und der Kommunalpolitik die Änderung des B-Plans erörtert und dann auch mit sehr breiter Mehrheit fast aller Parteien beschlossen. Die Arkaden sollen den straßenseitigen Abschluss bilden und auch für Wochenmärkte genutzt werden.

  6. Holger sagt:

    Heißt das denn erstmal eine ganze Weile dort kein Supermarkt mehr ist oder wird der jetztige Bau noch solange von Rewe offen gelassen ?
    Weil ganz ehrlich mit Supermärkten sind wir in Mahlsdorf Nord nicht gerade verwöhnt, mein nächster ist z.B. über 2 km entfernt.
    War eigentlich ganz praktisch zumindest abends auf dem Rückweg mit der S-Bahn dort schnell noch das nötigste kaufen zu können.

    • Mario Czaja sagt:

      Sehr geehrter Holger,

      REWE hatte meines Wissens vor, einen Interimsbau / ein Interimszelt zum Verkauf zu errichten. Von diesen Planungen ist REWE meines Wissens abgerückt und will für die Monate keine Zwischennutzung anbieten. Im Laden können einem dies die Verkäufer/innen wohl auch sagen. Ich erkundige mich auch nochmal gern. Beste Grüße

      Mario Czaja

  7. Fam. Hellge sagt:

    Mahlsdorfer Bürger fragen, warum plötzlich die Sitzbänke im Bahnhof-Mahlsdorf (Vorhalle) abgebaut wurden und ob es Ersatz geben wird….Für ältere Fahrgäste eine Katastrophe, da sie immer nur kurze Strecken zu Fuß bewältigen können und oft eine kleine Sitzpause benötigen.

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