Fahrradparkhaus am S-Bahnhof Mahlsdorf – sichere Abstellmöglichkeiten sind dringend notwendig

Bereits heute sind die Stellplätze für Fahrräder am S-Bahnhof Mahlsdorf überausgelastet. Da die aktuell bestehenden 250 Stellplätze meist bereits mehrfach belegt sind, werden viele Fahrräder zusätzlich im Umfeld des Bahnhofes wild geparkt. Die Schaffung zusätzlicher Stellplätze hat daher für mich hohe Priorität. Bereits 2016 hat sich die CDU daher dafür ausgesprochen, dass auf den aktuell als Wendeschleife für die Tram genutzten Flächen zusätzliche Stellplätze entstehen. Antrag CDU-Fraktion

Zugleich ist der Bahnhof Mahlsdorf auch bezirklicher Hotspot für Fahrraddiebstähle. Mehr als 10% aller Diebstähle in Marzahn-Hellersdorf werden allen am Bahnhof Mahlsdorf begangen.

Aufgrund der Befragungen vor Ort wird daher auch ein Bedarf an gesicherten Stellplätzen, deren Zugang kontrolliert wird, in Höhe von 60% gesehen.

Im Rahmen des Rewe-Vorhaben werden die derzeitigen Stellplätze unter der Bahnbrücke entlang des Bahndammes verlagert und erhalten eine Überdachung. Bereits vor mehr als drei Jahren hat die CDU-Fraktion in der BVV allerdings angeregt, weitere Stellplätze in einer entsprechenden Größenordnung zu schaffen (LINK Antrag). Um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen bieten sich zunächst Flächen an, die derzeit noch für die Wendeschleife der Straßenbahn genutzt werden. Mit der Verlegung der Straßenbahn unter die Bahnhofsbrücke könnte hier ein Fahrradparkhaus entstehen. Da es sich um öffentliche Flächen handelt, wäre der Erwerb relativ einfach. Daher habe ich den Senat nach dem aktuellen Stand gefragt.

Wie ist der Stand für den Bau eines Fahrradparkhauses am S-Bahnhof Mahlsdorf?

Eine Standort- und Potenzialanalyse für den Bahnhof Mahlsdorf ist abgeschlossen. Hierbei wird ein Bedarf von 1.000 Stellplätzen bis zum Jahr 2030 prognostiziert.

Welche Flächen kommen dafür in Frage?

Es wurden drei Grundstücke untersucht.

Diese Flächen sind im Eigentum der öffentlichen Hand. Leider erteilt der Senat mit Verweis auf die weitere Entfernung zum Bahnhofszugang und die weitere Nutzung als Buswendeschleife hier eine klare Absage. Dennoch besteht hier ein begrenztes Flächenpotenzial. Aus meiner Sicht sollte dies im Zuge der Verlegung der Straßenbahn unter die S-Bahnbrücke weiterhin in Erwägung gezogen werden, zumal dies die einzigen Flächen in unmittelbarer Bahnhofsumgebung sind, die sich bereits in öffentlichem Eigentum befinden.

Die Flächen nördlich der Bahnstrecke und westl. der Bebauung an der Hönower Straße wären aufgrund der Nähe zum Bahnhofszugang besser geeignet. Sie befinden sich allerdings in privater Hand.

Welche Kosten sind mit einem Fahrradparkhaus verbunden?

Die Kosten werden auf 2.500-4.800€ je Stellplatz geschätzt.

Aus welchen Mitteln kann der notwendige Flächenerwerb und der Bau des Parkhauses finanziert werden?

Sowohl für den Erwerb von Flächen aus auch für den Bau sollen Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWANA III) bereitgestellt werden.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Zwar zeigt die Ist-Situation, dass ein dringender Bedarf an zusätzlichen und gesicherten Stellplätzen notwendig ist, dennoch kann derzeit durch den Senat keinerlei Zeitplan benannt werden.

 

Ich begrüße es, dass die Initiative aus dem Kiez für mehr Stellplätze am Bahnhof aufgegriffen wurde. Die Standort- und Potenzialanalyse des Senates hat aus meiner Sicht allerdings nur wenige neue Erkenntnisse gebracht. Dass der Bedarf an Stellplätzen hoch ist, müssen die Mahlsdorfer täglich erleben. Ebenso ist der Bedarf an gesicherten Stellplätzen aufgrund der Diebstahlquote keine neue Erkenntnis. Was fehlt sind allerdings konkrete Fortschritte bei der Bereitstellung von Flächen sowie der verbindlichen Bereitstellung der dafür notwendigen Mittel.26

Eigentlich hat der Senat für derartige Projekte die Infra-Velo neu gegründet. Dennoch ist mein Eindruck, dass hier das Hauptaugenmerk auf einige wenige Radschnellverbindungen im Westen der Stadt gelegt wird und kein einziges Projekt an den östlichen Stadträndern mit Entschlossenheit vorangetrieben wird.

Schriftliche Anfrage vom Juni 2019