***Aktualisiert am 02.05.2018***

„Mahlsdorf und Kaulsdorf brauchen schon lange eine eigene Oberschule. Mit unserer Regierungsbeteiligung haben wir dem Vorhaben endlich Leben eingehaucht. Die Zahl der Schüler steigt jeden Tag. Die Oberschule muss deshalb so schnell wie irgend möglich gebaut werden.“Mario Czaja

Der letzte Oberschule in Mahlsdorf und Kaulsdorf wurde mit der Oberschule am Elsengrund mit Ende des Schuljahres 2008/2009 vom Bezirk aufgegeben. Spätestens nach der sechsten Klasse müssen die Schülerinnen und Schüler aus Kaulsdorf und Mahlsdorf seitdem weite Wege in Kauf nehmen; entweder nach Hellersdorf oder Marzahn oder sogar in andere Bezirke wie Treptow-Köpenick. Weite Schulwege mit langen Fahrtzeiten sind die Folge.

Der damalige Berliner Senat aus SPD und Linke war der Auffassung, dass die Bedarfe in den bestehenden Schulen gedeckt werden können und sah grundsätzlich keinen Neubau Bedarf für eine Oberschule.

Die wachsenden Anmeldezahlen an Mahlsdorfer und Kaulsdorfer Grundschulen sowie die mir gegenüber geäußerten Anfragen von Eltern sprachen allerdings immer eine andere Sprache: Daher streite ich seit vielen Jahren für einen wohnortnahen Oberschulstandort in Kaulsdorf und Mahlsdorf.

Hintergrund

Durch die erfolgreiche Unterschriftensammlung zur Schaffung eines Oberschulstandortes Kaulsdorf-Mahlsdorf, die ich mit den Elternvertretern der Kiekemal-Grundschule und der Mahlsdorfer Grundschule zusammen durchgeführt habe, ist es uns gelungen, einen konstruktiven Druck auf die Verantwortlichen für dieses Anliegen auszuüben. Die Errichtung eines Oberschulstandortes in Kaulsdorf-Mahlsdorf wurde daher auch in die Zählgemeinschaftsvereinbarung von SPD und CDU zur Bildung des Bezirksamtes aufgenommen.

Zunächst wurde der Standort Elsenstraße geprüft. Dabei zeigte sich, dass das dortige Gebäude für die weitere Nutzung als Oberschule nicht geeignet ist. Der Standort selbst soll allerdings aufgrund der steigenden Schülerzahlen weiterhin als Grundschulstandort vorgehalten werden. Alles dazu können Sie auf meinem Blog vom 29.05.2017 oder in der aktuellen Schulentwicklungsplanung 2017-2021 nachlesen.

Neben dem Standort Elsenstraße wurde die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe geprüft. Dafür wurden die beiden in Frage kommenden Grundschulen, die Friedrich-Schiller-Schule und die Kiekemal-Schule, um eine Stellungnahme gebeten. Dieses Gemeinschaftsschulkonzept wurde jedoch von den beiden Schulkonferenzen abgelehnt.

Grundstcuk

Gemeinsam mit dem damaligen Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat für Schule, Sport, Finanzen und Personal, Stefan Komoß, haben wir uns daher in den Folgejahren für eine Aktivierung der bereits vorhandenen Schulvorhaltefläche in der Straße “An der Schule” in unmittelbarer Nähe zur Friedrich-Schiller-Grundschule eingesetzt.

Der Standort in der Straße “An der Schule” wurde daraufhin in die Schulentwicklungsplanung aufgenommen.

Die Finanzierung wurde gesichert

Nach Gesprächen mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft sowie mit der Senatsverwaltung für Finanzen ist es im Jahre 2013 gelungen, den Senat davon zu überzeugen, die für einen Schulneubau notwendigen Mittel bereitzustellen. Sie wurden in die Investitionsplanung des Bezirks aufgenommen und wurden Bestandteil der Finanzplanung des Landes. Für den Schulergänzungsbau mit Sporthalle und Außensportanlage wurden Investitionsmittel von rund 31 Mio. € vorgesehen.

Die Fertigstellung sollte jedoch 8 Jahre dauern, viel zu lang, fanden nicht nur wir

„Für uns ist einzig entscheidend, dass man sofort mit dem Bau beginnt und alle in Frage kommenden rechtlichen und tatsächlichen Möglichkeiten ausschöpft, um die Fertigstellung zum Schuljahr 2019/2020 zu erreichen.“Kathrin Ruttloff, Initiatorin der Petition auf change.org

Im Regelfall dauert der Bau einer neuen Schule in Berlin 7-8 Jahre. Da europaweite Ausschreibungen erfolgen, unterschiedliche Gremien beteiligt und bspw. Architektenwettbewerbe durchgeführt werden müssen. Zunächst war daher für 2016 ein Modularer Ergänzungsbau (MEB) an diesem Standort vorgesehen, um mit einer 7. Jahrgangsstufe zu beginnen, die Idee wurde aber aus unterschiedlichen Gründen schnell verworfen.

Kathrin Ruttloff startete als Mutter von schulpflichtigen Kindern eine Petition zur Beschleunigung des Vorhabens. Schnell kamen mehr als 1000 Unterschriften zusammen. Noch in meiner Regierungszeit konnte dann erreicht werden, dass die Schule ins Schnellbauprogramm kam.

Inhalt dieses Programms ist es unter anderem, durch die Vergabe an einen Generalunternehmer die Maßnahme zu beschleunigen und durch ein verkürztes Verfahren in den Beteiligungsgremien wichtige Zeit zu sparen. Einen aktuellen Sachstand dazu finden Sie hier.

Im Januar und Mitte des Jahres 2017 und im März 2018 hatte ich jeweils in drei schriftlichen Anfragen an den Senat nach dem aktuellen Planungsstand gefragt. Hier geht es zu den Anfragen:

Januar 2017 – Schriftlichen Anfrage – DS 18/10327

März 2017 – Schriftliche Anfrage Drucksache 18 / 11599

März 2018 – Schriftliche Anfrage Drucksache 18 / 13853

Aus den Antworten geht hervor, dass die Vorbereitungen für den ersten Schulneubau unserer neuen Oberschule (Integrierte Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe) in der Straße „An der Schule“ gut vorangehen. 80 Prozent (Stand 09.04.2018) der Ausschreibungen zu den Bauleistungen sind bereits erfolgreich abgeschlossen.

„Die derzeitige Terminplanung sieht eine Übergabe zum Schuljahr 2019/2020 vor“.

Der Senat hat folgende Grundplanung bestätigt:

  • Kampfmittelentsorgung auf dem Grundstück ab Mitte April 2018
  • Baustellensicherung ab Ende April 2018
  • Geländemodellierungsarbeiten ab Ende April 2018
  • Erschließungsarbeiten begleitend zur Geländemodellierung ab Mai 2018
  • Fertigstellung Schule 08/2019
  • Fertigstellung Sporthalle 06/2020
  • Fertigstellung Außenanlagen 08/2020
Ein Bauablaufterminplan wird nach Beauftragung des Generalübernehmers nach dem 11.04.2018 erfolgen.
Wie und wann sind Anmeldungen an der neuen ISS möglich?

Die Anmeldungen können rechtzeitig (i.d.R. ein halbes Jahr bevor die neue Schule ihre Arbeit aufnimmt) erfolgen.

Das Konzept unserer neuen Oberschule
In der Sitzung des Bezirksschulbeirates Marzahn-Hellersdorf am 04. Oktober 2017 wurden die Planungen für das Schul-Neubauvorhaben vorgestellt und für gut befunden. Den Bericht können Sie hier nachlesen.

Das Frankfurter Architektenbüro NKBAK plant den Bau in Holzbauweise. Architekt ist Andreas Krawczyk. Das Büro entwarf solche Modularbauten bereits für eine Integrierte Sekundarschule in Frankfurt Riedberg und einen Anbau der Europäischen Schule Frankfurt am Main, die in den Jahren 2016 und 2015 fertiggestellt wurden.

Die Schule wird wie ein „Lego-Haus“ aus Einzelmodulen in Holzbauweise zusammengesetzt und die Fassade wird mit Aluminium verkleidet – deshalb kann der Bau so schnell fertiggestellt werden.

Das Aussehen: Die Fassade des dreigeschossigen Gebäudes wird laut Aussage des Bezirksschulbeirates hauptsächlich aus bodentiefen Fenstern bestehen, die alle Räume gut mit Licht ausstatten. Beim Lüften sorgt eine ebenfalls aus Glas bestehende Absturzsicherung für die notwendige Sicherheit. Die restliche Fassade wird mit Aluminium verkleidet sein. Auf dem geplanten Gründach ist es sogar möglich, Solarfelder nachzurüsten.

Der Klassenraum: Die Klassen- und Fachräume erhalten eine Raumgröße von 69 Quadratmeter. Die Fenster öffnen bei einem entsprechend hohen CO2-Anteil automatisch. Die an der Decke verbaute Heizung sorgt auch im Sommer für zusätzliche Kühlung. Zudem sind in einigen Gebäudeteilen die Flure sehr breit. Auf ihnen kann ebenfalls Unterricht stattfinden, hier finden sich kleine Sitznischen als Rückzugs- und Arbeitsbereiche. Der Bezirksschulbeirat empfiehlt in seinem Fazit in der weiteren Planung, ein Konzept für den Ganztagsbetrieb zu berücksichtigen.

Die Mensa: Sie soll 550 Quadratmeter groß werden, inklusive einer kleinen Bühne. Auch die Küche wird sich im Erdgeschoss befinden. Die WC-Module werden mit vorhandener Keramik (Toilette, Waschbecken, Fliesen etc.) ausgestattet sein.

Die Sporthalle: Sie ist in drei Abschnitte teilbar, aber nur als eine Zweifeldsporthalle nutzbar, z. B. Basketball. Der Zugang für die Schüler wird laut Bezirksschulbeirat über den Schulhof erfolgen. Es wird einen separaten Eingang für die Vereine, die die Halle außerhalb der Schulzeit nutzen werden, geben. Eine oberhalb liegende Glasfront – nach Norden ausgerichtet, lässt viel Licht und Luft in die Halle.

Außengelände: Das Gelände wird terrassenförmig mit einem kleinem Spielfeld, einer Laufbahn, Gymnastikwiese und Schulgarten angelegt.

Zu dem Modellvorhaben gibt es eine Reportage der Firma Kaufmann Bausysteme GmbH. Diese gibt einen guten Einblick in die Maßnahme:

Erschließung

Unsere Oberschule kommt! Spatenstich & Kinderfest

Der Spatenstich anlässlich der Erschließungsmaßnahmen fand am 21. Juli 2016 statt. Die Schule wird vom Süden her von der B1/5 erschlossen. Dafür ist eine öffentliche Straße vorgesehen. Bis diese gebaut wird, kann der Bezirk die bereits vorhandene Straße zur Erschließung des Edeka-Marktes sowie der dahinterliegenden Wohnbebauung nutzen.

Eine Durchbindung der Straße An der Schule wird es mit mir nicht geben. Sie würde als Umgehung für die Kreuzung Hönower Straße Ecke B1/5 genutzt und damit viel Verkehr in das Wohngebiet ziehen.

In der Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf vom 19.10.2017 hat der zuständige Bezirksstadtrat Johannes Martin auf die Bürgeranfrage zur Erschließung der Gehwege und zu den geplanten Baumfällungen geantwortet. Diese Antwort (Audio-Mitschnitt) finden Sie hier.

Bei den seit Anfang 2018 begonnenen Fällarbeiten auf dem Gelände des künftigen neuen Oberschulstandortes in der Straße An der Schule läuft alles weiterhin nach Plan. In Kürze soll mit der Herrichtung des Geländes begonnen werden. Ein großes Bauschild wurde Anfang März aufgestellt. In der nächsten Zeit werden auf dem Gelände also deutliche Veränderungen zu erkennen sein.

Hier eine kleine Übersicht zum Standort

 

Meinen neuesten Blog-Beitrag zu diesem Thema finden Sie hier:

Bauarbeiten für Oberschule beginnen