Wir nehmen Abschied von Klaus Katsch und Kerstin Domeng
Zwei prägende Persönlichkeiten sind von uns gegangen.
Mahlsdorf, Kaulsdorf und Biesdorf sind mehr als nur Ortsteile. Es sind gewachsene Gemeinschaften, geprägt von Menschen, die im Stillen wirken, Verantwortung übernehmen und das Gesicht unserer Kieze über Jahrzehnte formen. Mit Kerstin Domeng und Klaus Katsch verlieren wir zwei solcher Persönlichkeiten.
Sie kannten sich möglicherweise nie. Und doch verband sie etwas Grundlegendes: die tiefe Verbundenheit mit ihrem Umfeld und der Wunsch, Dinge voranzubringen. Beide engagierten sich mit großem Herzblut für andere, jeder auf seine Weise, und beide haben Spuren hinterlassen, die bleiben werden.
Kerstin Domeng, geboren am 12. März 1962, verstorben am 26. Januar 2026, war über viele Jahre eine der tragenden Säulen des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer. Sie stand nie im Vordergrund und war doch unverzichtbar. Als rechte Hand der jeweiligen Präsidenten hielt sie die Fäden zusammen und sorgte für Struktur, Verlässlichkeit und Kontinuität.
Ohne ihr unermüdliches Wirken im Hintergrund wären viele Erfolge kaum denkbar gewesen. Gerade die konsequente und letztlich erfolgreiche Arbeit für die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge trug auch ihre Handschrift. Kerstin Domeng arbeitete präzise, gewissenhaft und mit großer innerer Verpflichtung gegenüber den Anliegen der Grundstücksnutzer.
Zweimal wurde ihr Leben von schwerer Krankheit überschattet. Doch selbst in diesen Zeiten blieb ihr Engagement ungebrochen. Noch wenige Tage vor ihrem Tod war es ihr Wunsch, wieder an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, an den Ort, an dem sie zuletzt nur noch wenige Stunden in der Woche tätig sein konnte und der für sie immer mehr war als nur ein Büro.
Wir haben sie im Kreis ihrer Kolleginnen und Kollegen, ihrer Freunde und Weggefährten zu Grabe getragen. Ihr Verlust wiegt schwer, menschlich wie fachlich.
Auch Klaus Katsch, geboren 1943, verstorben am 6. März 2026, war aus Mahlsdorf nicht wegzudenken. Sein Herz schlug für die Gemeinschaft und für seinen Glauben. Über viele Jahre prägte er das Leben der Kreuzkirche, als Kirchenältester und Gemeindeleiter von 1999 bis 2023, als jemand, der Orientierung gab, Menschen zusammenführte und Verantwortung übernahm.
Seine besondere Leidenschaft galt der Musik. Bereits 1971 gründete er den Posaunenchor. Ein Herzensprojekt, das bis heute nachklingt. Ob in Gottesdiensten, auf Festen, im Advent vor dem Bürgerbüro oder bei traurigen Anlässen, mit seinen Bläsern schenkte er vielen Menschen Momente der Freude, des Trostes und der Gemeinschaft.
Auch darüber hinaus engagierte sich Klaus Katsch mit großer Beharrlichkeit für seinen Ort. Mit Klarheit und Ausdauer setzte er sich für die Entwicklung Mahlsdorfs ein, etwa bei der Sanierung der Lemkestraße oder der Entwicklung am Pfarrhufenanger. Dabei war er kein lauter Mensch. Aber einer, der dranblieb, der zuhörte, abwog und Lösungen suchte. Einer, der Verantwortung übernommen hat für seine Gemeinde, für seinen Kiez und für die Menschen, die dort leben.
Im Mittelpunkt seines Lebens stand jedoch immer seine Familie. Fast 56 Jahre war er mit seiner Frau Helga verheiratet. Er war Vater von fünf Söhnen, Großvater von 14 Enkeln und Urgroßvater von zwei Urenkeln. Für sie war er Halt, Vorbild und liebevoller Begleiter. Die große Anteilnahme beim Abschied in Mahlsdorf zeigte, wie viele Leben er berührt hat, durch sein Wirken, seine Art und seine Menschlichkeit.
Mit Kerstin Domeng und Klaus Katsch verlieren wir zwei Menschen, die vielleicht unterschiedliche Wege gegangen sind, aber von der gleichen Haltung getragen wurden. Ihr Wirken bleibt in den Strukturen, die sie geschaffen haben, in den Straßen und Häusern, in den Klängen des Posaunenchores und vor allem in den Herzen der Menschen, die sie kannten.
Unser Kiez wird sie nicht vergessen.
Bildnachweis, Foto links: Jürgen Bosenius

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